
Feld mit sprießender Saat
428
Kore schwebt über
dem Feld, mit ihren Töchtern
die Saat zu hüten!

Feld mit Winter-Raps - Über dem Feld liegt ein blauer Schimmer!
429
Regenwolken zieh´n
herauf, die Saat zu tränken;
Sonnenschein nährt sie,
eine Deva hütet sie.
So wächst und gedeiht alles!
430
Deva Kore kennt
die Geschlechter der Menschen,
die vom Halm leben.
431
Bevor es verweht,
scheint sich das Laub doch noch in
Gold zu verwandeln!
432
Alles verändert
sich ununterbrochen, nimmt
immer neu Abschied!
I
Inkorporation der Deva eines Getreidefeldes:
An einem späten Abend im Juni trieb es mich nach draußen. Es war warm und windstill und ich schlenderte am Rand eines großen Getreidefeldes entlang, das auf drei Seiten von Wald eingeschlossen war. Das Getreide stand schon hoch und das Feld erschien mir wie ein kostbares grünes Juwel. Ich erinnerte mich, schon einige Male die Anwesenheit einer Deva über dem Feld wahrgenommen zu haben und einem Impuls folgend, bat ich die Wesenheit, die für das Getreide zuständig war, zu mir herzukommen. Im nächsten Augenblick schwebte sie auch schon vor mir. Ich konnte es erst nicht recht glauben, doch die Schwingung vor mir hatte sich völlig verändert. Ich konnte die Anwesenheit der Deva körperlich spüren und freute mich sehr, dass sie so prompt gekommen war. Zur Kontrolle nahm ich auch noch meine L-Rute zur Hand und stimmte mich auf die Wesenheit ein. Meine Rute drehte sich zehnmal, als ich die Deva freundlich begrüßte. Das war ihre Reaktion auf meine Freude darüber, dass sie gekommen war. Ich suche eine Unterhaltung in Gang zu bringen und frage nach verschiedenen Dingen, schließlich auch nach dem Platz, auf dem sie sich mit ihren Gefährten zum nächtlichen Reigen trifft. Er liegt in einer bestimmten Richtung weit außerhalb des Feldes. Ihr Rang und ihre spirituelle Intelligenz sind deutlich höher als die der Menschen, die ich kenne. Ich sage ihr, dass ich große Schwierigkeiten hätte, mich mit Wesen ihrer Art zu unterhalten. Sie möchte mir doch etwas von ihrem Wissen und ihrem Lebensgefühl übermitteln und mir dabei helfen, sie zu verstehen, so dass ich nicht nur Antworten auf die Fragen erhielt, die mir gerade in den Sinn kämen. Die Wesenheit stimmt zu. Mit der Deva neben mir gehe ich parallel zum Feld auf einem Waldweg. Die Deva scheint sich der eigenartigen Situation bewußt zu sein, mit einem Menschen spazieren zu gehen. Es scheint ihr zu gefallen, einen Menschen getroffen zu haben, der nicht nur um ihre Existenz weiß, sondern auch ihr Wissen und ihre Erfahrungen zu schätzen scheint. Das letztemal war dies anscheinend vor etwa zweihundert Jahren der Fall. Ich frage die Deva einige Male, ob sie mich noch weiter begleiten möchte. Sie hat keine Einwände. Ich überlege mir, ob ich die Wesenheit nicht bitten soll, meinen Körper für eine Weile zu übernehmen. Ich würde dann auf jeden Fall mehr von ihrem Lebensgefühl erspüren. Ich bin unsicher und fürchte mich etwas. Aber schließlich überwinde ich meine Bedenken und frage die Deva, ob sie nicht in meinen Körper hineinschlüpfen möchte, damit die Verständigung besser klappt. Die Deva möchte diese Erfahrung machen. Ich öffne mein Scheitel-Chakra und ziehe die Wesenheit durch dieses Chakra parallel zu zwei tiefen Atemzügen bis zu den Füßen in meinen Körper hinein. Überall entlang meines Körpers spüre ich eine angenehme Reaktion. Die Wesenheit ist in mir. Jetzt könnte ich ihr noch die Kontrolle über meinen Körper übergeben, aber davor fürchte ich mich. Mit der Inkorporation der Wesenheit verändert sich mein Lebensgefühl. Wie verzaubert sehe ich Feld, Wald und Himmel. Die Schönheit der Natur berauscht mich. Ich fühle mich eng mit allem verbunden und werde von Sympathie für die Deva überschwemmt. Als ich an den Rand des Getreidefeldes herantrete, verspüre ich den Impuls abzuheben und über das Feld hinweg zu fliegen. Die Wesenheit scheint mir dieses Verlangen einzugeben. Gut, dass ich nicht am Rande eines Abgrunds stehe. Aber dann würde ich wohl nicht dieses Verlangen haben. Ich spüre eine tiefe Verbundenheit mit der Wesenheit. Sie ist eine der Devas, die für das Getreide, unser tägliches Brot, zuständig sind. Ich sehe die wogenden Getreidehalme, wie sie reifen und geerntet werden, wie das Korn in der Mühle gemahlen und körniges Brot daraus gebacken wird, das ich breche und esse. Ich frage sie, ob sie weiß, wo sie letztlich herkomme. Die meisten Menschen wüßten nicht, wo sie herkämen. Es ist mehr ein Jein, das ich vernehme. Sie scheint sich als abgespaltener Teil der Gottheit zu verstehen. Als Mensch sei ich stark den Anforderungen meines Körpers unterworfen, sagt sie. Es kommen noch andere Bilder und Gedanken. Die Deva spürt meine Wertschätzung und Freude über den Teil der Natur, für den sie zuständig ist und reagiert darauf, indem sie diese Empfindungen verstärkt zurücksendet. Eine Atmosphäre der Freundschaft und Herzlichkeit entwickelt sich zwischen uns. Bevor wir uns verabschieden, bitte ich sie noch, mir etwas mit auf den Weg zu geben. Da mildert sie ab, was zu mir über die Knechtschaft im Fleisch herüber gekommen ist. Sie macht den Menschen ein Kompliment: Wir könnten stolz sein auf die Eigenschaften, die wir als Menschen erworben hätten, die Freude an der Natur, den Mut und das Verlangen, mehr über die Geheimnisse der Welt und die für uns nicht sichtbaren Wesen zu erfahren. Ich solle nur ganz ich selber sein.
Inzwischen war die Dämmerung hereingebrochen. Ich bedankte mich und ließ die Deva wieder aus meinem Körper heraus. Ich spürte, wie sie meinen Körper durch das Scheitel-Chakra verließ und winkte mit der Rechten zum Abschied. Sie schwebte über das Getreidefeld hinweg zu dem Platz, auf dem sie sich mit ihren Gefährten zum nächtlichen Reigentanz traf.
Versonnen ging ich nach Hause. Die Deva hatte mir etwas von ihrer Harmonie, ihrer Verbundenheit mit der Natur und ihrem unbeschwerteren Lebensgefühl übermittelt. Daran gab es keinen Zweifel. Die konkreten Dinge hatte ich gewiß nicht alle richtig verstanden. Das Brechen des Brotes beschäftigte mich und die Heiligung, die das Brot bei dem Ritual der Wandlung in der Messe erfährt.