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19.11.2007

Haikus und Tankas, Jotin, 19.11.07: Elstern erheben großes Geschrei, ein Kater…

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Baumkrone mit Wildtauben

Baumkrone mit Wildtauben

Der Baumgeist hält sich in der Wildtaube auf, die ganz oben im Geäst sitzt. Baumgeist und Wildtaube erhöhen dadurch ihre Kraft.

1

Wildtauben wiegen

sich hoch oben im Wipfel

des mächt´gen Baumes.

2

Die dünnen Zweige

beugen sich tief nach unten,

wenn Ringeltauben

mit den Flügeln schlagend, land´n

und sich dann auf sie setzen.

3

Am frühen Morgen

blick´ich auf zwei Wildtauben,

trippelnd und pickend,

schiefergrau mit weißem Fleck

am Hals, hell schimmernd im Licht!

4

Drei Krähen sitzen

in den alten Obstbäumen,

picken an Äpfeln.

5

Sturm rast über´s Land,

lässt kleine Vögel taumeln -

Ah, es ist nur Laub!

6

Schwirren von Flügeln

füllt den ganzen Himmel aus,

verdunkelt das Licht!

7

Durchsicht´ger Ahorn -

durch´s kahle Geäst hüpfen

schwarzweiße Elstern!

8

Elstern erheben

großes Geschrei: Ein schwarzer

Kater schleicht durch´s Gras!

17.11.2007

Haikus und Tankas, Jotin, 17. und 18. 11. 07: In der Baumkrone die rote Abend-Sonne; dann steht die Zeit still!

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 Obstbaum-Garten, Kalligraphie von Christine Lehmann, November 2005

Obstbaum-Garten, Kalligraphie von Christine Lehmann, November 2005

Unsichtbar wurde auf der Kalligraphie neben anderem eine Wesenheit mit ihren Schwingungen “dargestellt”, die auf der Erde von jeher und auch in den Blogs hier einen der Schwerpunkte bildet.

!!!!! 

1

Alte Obstbäume,

schwarz auf weißem Winterhang

trotzen dem Schneesturm!

2)

Es schneit schon wieder,

die alten Apfelbäume

sind so gelassen!

3

Bis in die Kronen

bedeckt das samtene Moos

die alten Stämme.

4

Ein paar Äpfel noch

an den alten Obstbäumen,

den Vögeln geschenkt.

5

In der Baumkrone

die rote Abendsonne,

dann steht die Zeit still!

16.11.2007

Haikus und Tankas, Jotin, 16.11.07: Wem ein Goldklumpen in der Hand…

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Statue eines buddhistischen Lehrers auf dem Tempelberg Hiei-zan bei Kyoto/Japan

Statue eines buddhistischen Lehrers auf dem Tempelberg Hiei-zan bei Kyoto/Japan (eigenes Photo)

463

Manchmal denke ich

an den Berg Hiei, wie wir

die Tempelglocke

anschlugen und ihrem Klang

lauschten, bis er verhallt war.

464

Feinem Glockenklang

nachlauschend, öffnet sich uns

Buddhas Paradies.

465

Sich versenken, bleibt

nicht auf die Seele beschränkt.

“Draußen” sind Helfer!

466

Die große Leere -

es gibt keinen Ort, der dort

nicht zu finden wär´!

467

In der Versenkung

Zauber und Macht der “eig´nen”

Seele neu spüren!

468

Wir sterben nicht, weil

wir nie geboren wurden -

Weisheit des Buddha.

469

Versenkung schenkt Glück!

Der wahre Grund hierfür ist

den Menschen noch unbekannt.

470

Schnee wehte in den

Tempel auf dem Berg Hiei.

Ein Mönch fegt ihn fort!

I

Wem ein Goldklumpen in der Hand nicht mehr bedeutet als ein Stein, der ist…

Der spirituelle Weg

Ein spiritueller Weg, der Zen-Weg z.B., stellt sich dem Autor auf folgende Weise dar:

Der Mensch besteht aus Körper und Seele. Der Körper entstammt der Tierreihe. Er ist für das Überleben auf der Erde ausgerichtet und unterliegt als erstes der Herrschaft der Gene. Er ist aber auch das Gefäß der Seele. Da er der Herrschaft der Gene unterliegt, sind seine Interessen vor allem Nahrung, Überleben und Fortpflanzung. Es gehören aber auch so wertvolle Dinge dazu wie Liebe, Freundschaft, Freude, Mut, Unternehmungsgeist und das Denken. (Die Erde ist ein Ort, an dem Wesen aus ganz unterschiedlichen Sphären Freundschaft miteinander schließen.)

Die Seele entstammt nicht der Tierreihe. Sie kommt aus Sphären näher am Ursprung und ihre Haupt-Interessen liegen woanders. Wer einen spirituellen Weg geht, dessen Ziel Erleuchtung oder Verwirklichung des DAO genannt wird, bewirkt, dass seine Seele in immer stärkerem Maße sein Handeln bestimmt. Die Macht der Gene wird zurückgedrängt und sein Leben wird “heiligmäßig”. Dazu gehören “unbegründete Zuversicht”, größeres Glück, tiefere Einsicht, größere Liebe zur Schöpfung, gemeinnützigeres Handeln und andere Dinge. Es geht eine Verwandlung in ihm vor, die auf Dauer bestehen bleibt.

Wem ein Goldklumpen nicht mehr bedeutet als ein Stein, der ist erleuchtet, ist gesagt worden. Dies scheint dem Autor gar kein so schlechtes Erkennungsmerkmal zu sein.

15.11.2007

Haikus und Tankas, Jotin, 15.11.07: Pilze auf einem Baumstamm im Wald mit ihrem Hütergeist!

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Kleine Pilze im Wald

Pilze auf einem Baumstamm im Wald mit ihrem Hütergeist (eigenes Photo)

458

Wind lärmt in der Nacht

gleich einem schlaflosen Kind!

Herbstliche Zeiten.

459

Bäume lichten sich,

wie gerupft sehen sie aus!

Verwandlung im Herbst.

460

Der schlanken Fichten

dunkles Grün im Sonnenschein,

vom Wind sanft gewiegt!

461

Wacholder-Grün, du

schimmerst blau und duftest stark,

wenn man dich zerreibt!

462

Herbst - Zeit der Pilze,

herrlich anzuschau´n und mit

erdigem Geruch!

14.11.2007

Haikus und Tankas, Jotin, 14.11.07: Auf Lichtungen tanzen Elben!

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Zwei Galläpfel auf einem Eichenblatt

Zwei Galläpfel auf einem Eichenblatt (eigenes Photo)

Galläpfel sind Wucherungen an Pflanzen, die z.B. durch den Einstich und die Eiablage von Gallwespen entstehen.

In etwa zwei Meter Höhe schwebt eine einfache Hüter-Elbe, welche die Eier in etwa zehn Galläpfeln “betreut”.

451

Bunt wie der Herbst-Wald

der Jahrmarkt der Kulturen.

Schau´ in die Jurte!

I

Im Neandertal-Museum am 10. u. 11. 11. 07

452

In der Dämmerung

treten Rehe zum Äsen

auf die Waldwiese.

453

Durch raschelndes Laub

im nachtdunklen Wald einen

schmalen Pfad entlang!

454

In dunkler Nacht auf

laub-bedecktem Waldboden

den Weg verlieren!

455

Im nachtdunklen Wald

auf laub-bedecktem Boden

in die Irre geh´n!

456

Die Sinne geschärft

spähen und lauschen wir in

das Dunkel der Nacht.

Äste knacken, Wild flüchtet.

Auf Lichtungen tanz´n Elben!

457

Je dunkler die Nacht,

umso heller erstrahlen

uns Mond und Sterne!

13.11.2007

Haikus und Tankas, Jotin, 13.11.07: Nicht Zwei ist…

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 Avalokiteshvara, der Bodhisattva, der auf die Nöte der Welt herabschaut.

Avalokiteshvara, der Buddha (eigentlich Bodhisattva), der herabschaut auf die Nöte der Welt (eigenes Photo)

Pater Lassalle, Vermittler zwischen Christentum und Buddhismus

Relief von Pater Lassalle vor dem Zen-Meditationsraum im Kardinal-Hengsbach-Haus in Essen-Werden (eigenes Photo). Die Enthüllung des Reliefs fand am 11.11.07 im Rahmen einer Feier zur Benennung des Meditationsraumes in “Enomiya-Lassalle-Raum” statt.

444

Wolke der Liebe,

Lassalle, erneuert mit Zen

christliche Mystik.

I

Enomiya, Wolke der Liebe, ist der Name, der Lassalle in Japan verliehen wurde. Lassalle, der Zeuge der Atomkatastrophe am 06.08.1945 war, hatte “die Vision, dass das Friedenspotential im menschlichen Herzen stärker ist als die Zerstörungsgewalt der Atomwaffen”. Dieses “Friedenspotential” kann insbesondere durch Meditation freigesetzt werden. Dies war ein Schwerpunkt im Podiumsgespräch am 11.11.07.

Wikipedia nennt Lassalle einen historisch überaus wichtigen Wegbereiter der Verständigung zwischen Zen-Buddhismus und Christentum.

445

Zen ist Eintritt in

die Nichtzweiheit, über die

nur Schweigen möglich.

446

Nicht Zwei ist alles,

sowohl das Ich und die Welt,

als auch Leb´n und Tod.

Teilnehmer am Podiumsgespräch vom 11.11.07 waren u.a. Theologen und Zen-Lehrer aus Deutschland, der japanische Theologe und Zen-Meister Prof. Dr. Migaku Sato sowie der Zen-Meister Pater Johannes Kopp, der seit 35 Jahren das Programm “Leben aus der Mitte - Zen-Kontemplation im Bistum Essen leitet (zen-kontemplation.de).

447

Der kluge Pater,

Zen-Lehrer sein Leben lang,

zum Roshi geweiht,

betritt er den inn´rn Kreis

verehrungswürd´ger Meister!

I

Aussagen der Teilnehmer am Podiumsgespräch:

448

Durch Zen Geglaubtes

erfahren. Intensität

anstatt Worthülsen.

449

Zen ist ein Sinnweg

nach innen; er ermöglicht

Gottes-Erfahrung.

450

Zen schenkt grundlose

Zuversicht ohne irgend

eine Erwartung!

451

Empirisch und doch

gleichzeitig auch unendlich -

die Wesenheit Mensch!

I

Während der anschließenden Eucharistie-Feier, die von mehreren Priestern vollzogen wurde, die gleichzeitig Zen-Meister sind, schwebte während der Wandlung, als der Priester zuerst die Hostie und dann den Kelch hob, ein mächtiger Engel mit einer großen spirituellen Kraft herab. Großer “Glanz” erfüllte den Altarraum und die spirituelle Kraft des Engels übertrug sich auf die Anwesenden.

12.11.2007

Haikus und Tankas, Jotin, 12.11.07: Die kalte Frische in der Luft weckt Lebenslust…

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Mast einer Hochspannungsleitung

Mast einer Hochspannungsleitung (eigenes Photo)

Im Kreuz des Leitungsmastes hält sich ein Feuerwesen auf,  das den Teil des elektrischen Stromes nutzt, der sich in den Leitungen in Wärme umwandelt.

Die Feuerwesen fühlen sich von mir und überhaupt vernachlässigt, wo sie doch so eng mit dem technischen Fortschritt und den gewaltigen Erleichterungen des Lebens der Menschen verknüpft sind. Es würde sich für uns schon lohnen, meinen sie, mit ihnen auf freundschaftlicher Basis zu verkehren. Ein vergleichbares Wesen wie mit dem Hochspannungs-Mast oben ist auch mit jedem Computer verknüpft. Vielleicht können wir eines Tages mit Hilfe des Rechners mit ihm kommunizieren.

Auf jeden Fall ist es zu empfehlen, mit Elektrogeräten freundlich umzugehen. Unfreundliche Gefühle und insbesondere Hass können sie zerstören, abgesehen davon, dass wir uns das mit dem Gerät verknüpfte Feuerwesen zum Feind machen. Wie wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt haben, kann der Mensch den radioaktiven Zerfall psychisch beeinflussen. Er besitzt psychokinetische Kräfte und wirkt damit entsprechend seiner Gefühlslage positiv oder negativ auf seine Umgebung ein, ohne mit den Gegenständen dort körperlich in Berührung zu kommen.

Ich habe einmal mein Telefon gehasst, weil es mich zu oft bei meiner Arbeit störte. Jedesmal, wenn es klingelte, habe ich ihm in Gedanken einen Schlag versetzt. Erst als es innerhalb kurzer Zeit zum drittenmal ersetzt werden mußte, habe ich mich um ein besseres Verhältnis zu ihm bemüht.

440

Lichtfunken im Bild?

Ich sah sie bisher als Blitz

von Leitungs-Masten.

441

“Lichtfunken” kommen

aus dem Ewigen; sie sind

überall, nicht nur

in Seelen der Menschen, auch

verteilt in Materie.

442

Die Blätter tanzen -

aufgewirbelt - in Straßen

auch noch bei Regen.

443

Die kalte Frische

in der Luft weckt Lebenslust,

auch im November.

10.11.2007

Haikus und Tankas, Jotin, 10. u. 11. 11. 07: Chochma oder das Lichtkind im Brot!

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Das Lichtkind im Brot, Kalligraphie von Christine Lehman, November 2007 

Chokmah - Weisheit (im schöpferischen Sinn); Kalligraphie, die auf das chinesische Schriftzeichen für Brot zurückgeht (Christine Lehmann, November 2007)

Chokmah ist in der Kabbala die zweite Manifestation oder Sphäre Gottes, in der er in schöpferischer Weisheit aus seiner Verborgenheit heraustritt. Violett ist die Farbe von Jesod, dem Fundament, der neunten Sphäre Gottes. Hier liegt die Voraussetzung für die körperliche Existenz. Chokmah und Jesod werden wie die anderen Sphären ständig aus der Quelle des weißen Lichtes gespeist.

In der Kalligraphie, in der sich die Ebenen des Seins miteinander verbinden, sind zwei Lichtfunken enthalten, die nach der jüdischen Mystik zu befreien sind, nach der chinesischen Mystik aber zum DAO zurückkehren. Die Kalligraphie ist sowohl ein Abbild der Welt als auch ein Seelengemälde. 

Alles, was man sagen kann, ist nur eine unvollkommene Annäherung an das Dargestellte, das weniger den Intellekt als Herz und Gemüt anspricht.

433

Brot - Bild der Nahrung

für den Leib, als Wort Gottes

auch für die Seele.

434

Ein Lichtkind im Brot -

das kann doch nur ein Kind von

Vater Sonne sein!

Mutter Erde hat es im

Getreidefeld geboren.

435

Das Ewige Licht -

heiliger roter Funke

dort im Halbdunkel!

436

Wenn Brot und Wein sich

wandeln, wird “Kraft aus höh´ren

Wesen freigesetzt.”

437

Schau in die Natur

und sieh ihren Reichtum! Es

ist der des Ew´gen.

438

Im Traum landete

neben mir ein Lichtwesen;

die Flügel rauschten,

so dass ich es bemerkte.

Ich ahn´ nur, warum es kam!

439

Frau bringt verletztem,

am Boden liegendem Schwan

Wasser und Futter.

I

Franziskus von Assisi traf einen Mann, der von einer weiten Reise zu kommen schien. Er sagte zu ihm: “Lieber Bruder, erzähl´mir von Gott! Anstelle einer Antwort nahm der Mann Franziskus bei der Hand und führte ihn auf einen Platz am Stadtrand, wo die Armen wohnten und die Ärmsten um Almosen bettelten. Er öffnete einen Beutel und verteilte Brot unter sie. In dem Maß, in dem die Menschen das Brot, das sie erhalten hatten, unter sich verteilten, vermehrte sich das Brot im Beutel und alle wurden satt. Der Mann schaute zum Himmel und sagte: “Unser Vater!” Dann schaute er die Menschen an und sagte “Unser Brot!” Franziskus verstand und konnte sich vor Freude nicht halten. Denn im Brechen des Brotes und in den armen Geschwistern, die das Brot unter sich verteilten, hatte er Gott getroffen. (Nach Johannes Thiele: Die mystische Liebe zur Erde, Kreuz Verlag Stuttgart, 1989)

9.11.2007

Haikus und Tankas, Jotin, 09.11.07: Kore schenkt Harmonie und Freude!

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Feld mit sprießender Saat

Feld mit sprießender Saat

428

Kore schwebt über

dem Feld, mit ihren Töchtern

die Saat zu hüten!

Feld mit Winter-Raps

Feld mit Winter-Raps - Über dem Feld liegt ein blauer Schimmer!

429

Regenwolken zieh´n

herauf, die Saat zu tränken;

Sonnenschein nährt sie,

eine Deva hütet sie.

So wächst und gedeiht alles!

430

Deva Kore kennt

die Geschlechter der Menschen,

die vom Halm leben.

431

Bevor es verweht,

scheint sich das Laub doch noch in

Gold zu verwandeln!

432

Alles verändert

sich ununterbrochen, nimmt

immer neu Abschied!

I

Inkorporation der Deva eines Getreidefeldes:

An einem späten Abend im Juni trieb es mich nach draußen. Es war warm und windstill und ich schlenderte am Rand eines großen Getreidefeldes entlang, das auf drei Seiten von Wald eingeschlossen war. Das Getreide stand schon hoch und das Feld erschien mir wie ein kostbares grünes Juwel. Ich erinnerte mich, schon einige Male die Anwesenheit einer Deva über dem Feld wahrgenommen zu haben und einem Impuls folgend, bat ich die Wesenheit, die für das Getreide zuständig war, zu mir herzukommen. Im nächsten Augenblick schwebte sie auch schon vor mir. Ich konnte es erst nicht recht glauben, doch die Schwingung vor mir hatte sich  völlig verändert. Ich konnte die Anwesenheit der Deva körperlich spüren und freute mich sehr, dass sie so prompt gekommen war. Zur Kontrolle nahm ich auch noch meine L-Rute zur Hand und stimmte mich auf die Wesenheit ein. Meine Rute drehte sich zehnmal, als ich die Deva freundlich begrüßte. Das war ihre Reaktion auf meine Freude darüber, dass sie gekommen war. Ich suche eine Unterhaltung in Gang zu bringen und frage nach verschiedenen Dingen, schließlich auch nach dem Platz, auf dem sie sich mit ihren Gefährten zum nächtlichen Reigen trifft. Er liegt in einer bestimmten Richtung weit außerhalb des Feldes. Ihr Rang und ihre spirituelle Intelligenz sind deutlich höher als die der Menschen, die ich kenne. Ich sage ihr, dass ich große Schwierigkeiten hätte, mich mit Wesen ihrer Art zu unterhalten. Sie möchte mir doch etwas von ihrem Wissen und ihrem Lebensgefühl übermitteln und mir dabei helfen, sie zu verstehen, so dass ich nicht nur Antworten auf die Fragen erhielt, die mir gerade in den Sinn kämen. Die Wesenheit stimmt zu. Mit der Deva neben mir gehe ich parallel zum Feld auf einem Waldweg. Die Deva scheint sich der eigenartigen Situation bewußt zu sein, mit einem Menschen spazieren zu gehen. Es scheint ihr zu gefallen, einen Menschen getroffen zu haben, der nicht nur um ihre Existenz weiß, sondern auch ihr Wissen und ihre Erfahrungen zu schätzen scheint. Das letztemal war dies anscheinend vor etwa zweihundert Jahren der Fall. Ich frage die Deva einige Male, ob sie mich noch weiter begleiten möchte. Sie hat keine Einwände. Ich überlege mir, ob ich die Wesenheit nicht bitten soll, meinen Körper für eine Weile zu übernehmen. Ich würde dann auf jeden Fall mehr von ihrem Lebensgefühl erspüren. Ich bin unsicher und fürchte mich etwas. Aber schließlich überwinde ich meine Bedenken und frage die Deva, ob sie nicht in meinen Körper hineinschlüpfen möchte, damit die Verständigung besser klappt. Die Deva möchte diese Erfahrung machen. Ich öffne mein Scheitel-Chakra und ziehe die Wesenheit durch dieses Chakra parallel zu zwei tiefen Atemzügen bis zu den Füßen in meinen Körper hinein. Überall entlang meines Körpers spüre ich eine angenehme Reaktion. Die Wesenheit ist in mir. Jetzt könnte ich ihr noch die Kontrolle über meinen Körper übergeben, aber davor fürchte ich mich. Mit der Inkorporation der Wesenheit verändert sich mein Lebensgefühl. Wie verzaubert sehe ich Feld, Wald und Himmel. Die Schönheit der Natur berauscht mich. Ich fühle mich eng mit allem verbunden und werde von Sympathie für die Deva überschwemmt. Als ich an den Rand des Getreidefeldes herantrete, verspüre ich den Impuls abzuheben und über das Feld hinweg zu fliegen. Die Wesenheit scheint mir dieses Verlangen einzugeben. Gut, dass ich nicht am Rande eines Abgrunds stehe. Aber dann würde ich wohl nicht dieses Verlangen haben. Ich spüre eine tiefe Verbundenheit mit der Wesenheit. Sie ist eine der Devas, die für das Getreide, unser tägliches Brot, zuständig sind. Ich sehe die wogenden Getreidehalme, wie sie reifen und geerntet werden, wie das Korn in der Mühle gemahlen und körniges Brot daraus gebacken wird, das ich breche und esse. Ich frage sie, ob sie weiß, wo sie letztlich herkomme. Die meisten Menschen wüßten nicht, wo sie herkämen. Es ist mehr ein Jein, das ich vernehme. Sie scheint sich als abgespaltener Teil der Gottheit zu verstehen. Als Mensch sei ich stark den Anforderungen meines Körpers unterworfen, sagt sie. Es kommen noch andere Bilder und Gedanken. Die Deva spürt meine Wertschätzung und Freude über den Teil der Natur, für den sie zuständig ist und reagiert darauf, indem sie diese Empfindungen verstärkt zurücksendet. Eine Atmosphäre der Freundschaft und Herzlichkeit entwickelt sich zwischen uns. Bevor wir uns verabschieden, bitte ich sie noch, mir etwas mit auf den Weg zu geben. Da mildert sie ab, was zu mir über die Knechtschaft im Fleisch herüber gekommen ist. Sie macht den Menschen ein Kompliment: Wir könnten stolz sein auf die Eigenschaften, die wir als Menschen erworben hätten, die Freude an der Natur, den Mut und das Verlangen, mehr über die Geheimnisse der Welt und die für uns nicht sichtbaren Wesen zu erfahren. Ich solle nur ganz ich selber sein.

Inzwischen war die Dämmerung hereingebrochen. Ich bedankte mich und ließ die Deva wieder aus meinem Körper heraus. Ich spürte, wie sie meinen Körper durch das Scheitel-Chakra verließ und winkte mit der Rechten zum Abschied. Sie schwebte über das Getreidefeld hinweg zu dem Platz, auf dem sie sich mit ihren Gefährten zum nächtlichen Reigentanz traf.

Versonnen ging ich nach Hause. Die Deva hatte mir etwas von ihrer Harmonie, ihrer Verbundenheit mit der Natur und ihrem unbeschwerteren Lebensgefühl übermittelt. Daran gab es keinen Zweifel. Die konkreten Dinge hatte ich gewiß nicht alle richtig verstanden.  Das Brechen des Brotes beschäftigte mich und die Heiligung, die das Brot bei dem Ritual der Wandlung in der Messe erfährt.

8.11.2007

Haikus und Tankas, Jotin, 08.11.07: Die Deva eines Getreide-Feldes soll ähnlich wie die Gottheiten der Umbanda-Religion Brasiliens einen menschlichen Körper übernehmen!

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Braunes Feld - die Saat ist noch nicht in der Erde

Braunes Feld - Kore, die Deva des Feldes, hält sich in der Erde auf.

428

In brauner Felder

Erde keimt die neue Saat.

Kore hütet sie.

pflanzen-des-feldes-und-auch-kore-sind-uber-der-erde-ok.gif

Die Feldpflanzen sind über der Erde. Kore, die Deva des Feldes, schwebt in der Höhe über ihnen. Ihre Töchter betreuen die Pflanzen vor Ort. Ein höheres Selbst hat nur Kore. Sie verkörpert die Gruppenseele. Mit den Garten-Engeln ist sie nah verwandt. Von dem Namen “Kore” sind die Bezeichnungen Korn, Kern und Krone abgeleitet.

429

Auf braunen Feldern

ein grüner Flor. Neue Saat

brach aus der Erde.

430

Als grünes Juwel

brach die neue Saat aus der

geeggten Erde.

431

Marien-Käfer

landen auf Haut und Kleidung.

Die Sonne steht tief.

!!:

432

Voller Vertrauen

geben die Bäume ihre

Blätter dem Herbstwind.

433

So viele Namen

wieder ins Buch geschrieben.

Wir sind nur Gäste.

I

Verstorbene Hospiz-Bewohner stehen alle im Gästebuch.

II

In europäischen Mittelmeer-Ländern rankt sich um die Devas der Getreidefelder der Demeter/Kore-Persephone-Mythos. Kore ist die Tochter von Demeter, der Großen Erdmutter, die oft mit einer Krone aus Kornähren dargestellt ist. Der Vater von Kore ist Zeus. Während das Getreide auf den Feldern reift, sind die Devas der Kore über jedem Getreidefeld anzutreffen. Wo aber bleiben die Devas der Getreidefelder, wenn die Felder abgeerntet sind; wo halten sie sich insbesondere im Winter auf, wenn die Vegetation (unter einer Schneedecke) ruht?

Der Demeter/Kore-Persephone-Mythos gibt hierauf eine Antwort. Während sie Blumen pflückt, wird Kore von Hades entführt. Er greift sie aus der Mitte eines Feldes und schleppt sie vom Antlitz der Erde fort. Überall dort, wo der lokale Kult von dieser Begebenheit berichtet, bezeichnen Mulden in den Feldern jene Stellen, wo der König der Unterwelt mit Kore unter die Erdoberfläche eingetaucht sein soll.

Trauernd und suchend irrt die unglückliche Erd-Mutter auf der ganzen Erde umher, ihre Tochter zu suchen, bis sie schließlich ihren Aufenthaltsort erfährt. Als Gemahlin des Hades - Persephone  genannt -lebt sie in der Unterwelt.

Demeter wendet sich an Zeus und bittet ihn um Hilfe. Dieser entscheidet: Kore-Persephone soll ein Drittel des Jahres in der Unterwelt bei Hades bleiben, die übrige Zeit aber auf der Erde verweilen. Wenn das Grün zu sprießen beginnt, kehrt sie zu ihrer Mutter zurück, welche dann der Erde Fruchtbarkeit spendet.

Der Demeter/Kore-Persephone-Kult, dessen Hauptheiligtum in Eleusis in Griechenland stand, ist der Kult vom Werden und Vergehen der Vegetation. Er wurde mit dem Lebensrhythmus der Devas der Getreidefelder verknüpft.

Morgen: Begegnung mit der Deva eines Getreidefeldes. Um ihre Welt kennen zu lernen und ihr Lebensgefühl zu spüren, bat der Autor die Deva, seinen Körper zu übernehmen. Er öffnet sein Scheitel-Chakra und zog den Naturgeist parallel zu zwei tiefen Atemzügen bis zu den Füßen in seinen Körper hinein. Ähnlich machen es die Umbanda-Medien mit ihren Gottheiten, wobei sie manchmal seltsame Dinge tun, nachdem diese Wesenheiten in sie hineingegangen sind. Sie wälzen sich auf der Erde oder verlieren alle Hemmungen. Bevor die Situation völlig außer Kontrolle gerät, greift die Chefin des Kultplatzes, die Mutter der Götter, ein. Der Autor hatte bei seinem Experiment keine Hilfe zu erwarten. Deshalb war ihm die Sache ein wenig unheimlich. Im Gegensatz zu einigen seiner späteren Experimente ging sie jedoch gut aus.

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