Haikus und Tankas, Jotin, 27. u. 28.10.07: Am Altar strahlt ein Licht auf, als der Geistliche Brot und Wein segnet!

Die Möwe Jonathan über dem Fluss; im Hintergrund ein Auenwald.
Wenn Seeleute Möwen sehen, wissen sie, dass das nächste Ufer nicht weit entfernt ist. Bei manchen Küstenbewohnern galt die Möwe auch als Seelenvogel, der die Seelen ertrunkener Menschen zum Himmel, vorher aber noch zu ihren Verwandten an Land zurückträgt.
170
In der Dämmerung
kehren Vögel heim vom Meer
auf breiten Schwingen.
Sind es die weißen Möwen,
wohin mögen sie fliegen?
360
Oktober-Vollmond -
den Kopf im Nacken blicke
ich zu dir hinauf.
Dein gold´nes Licht fällt auf gelb
sich verfärbende Blätter.
361
Der Morgen heute
grau in grau, doch vergoldet
vom Laub der Bäume.
362
Blaugraues Schimmern
vieler Wildgänse von der
grünen Fluß-Aue.
363
Möwen fangen Brot,
das wir ihnen zuwerfen,
mühelos im Flug.
364
Im Gottesdienst klingt
eine Stimme auf, füllt mit
Gesang Raum und Herz!
365
Am Altar strahlt ein
Licht auf, als der Geistliche
Brot und Wein segnet.
I
Haikus von Tine:
366
Auf der Dachrinne
landet federnd die Krähe.
Ob sie was findet?
367
Schon wieder kommt sie,
die Krähe, und scharrt emsig
in der Dachrinne.
368
Auf der Dachrinne
hüpft federnd eine Krähe
mit suchendem Blick.