Haikus und Tankas, Jotin, 24.10.07: Sie brachten Äpfel für Maria und ihr Kind!

In Altötting geweihte Marien-Figur; den Hintergrund bildet ein Ausschnitt des von Christine Lehmann gemalten Lilien-Bildes. Das Bild strahlt die Kraft der Himmels-Lilien sowie die große Kraft der schwarzen Madonna des bayerischen Wallfahrtsortes Altötting aus.
Altötting gilt als der größte und bedeutendste Marien-Wallfahrtsort Deutschlands. Bereits in vorchristlicher Zeit sollen hier jenseitige Mächte angerufen worden sein. Nach der Überlieferung wurde hier Anfang des 8. Jahrhunderts ein Tempel, der sieben Planetengöttern geweiht war, in eine christliche Kirche umgewandelt. Fritz Fenzel, der Verfasser des Buches “Wunder in Bayern”, Ehrenwirth Verlag, München 1997, ein Theologe, beschreibt die Wirkung der Inneren Kapelle mit der Schwarzen Madonna folgendermaßen:
“Der Raum der Inneren Kapelle, die kultische Verehrung der Schwarzen Madonna in der stofflich und mental dichten Atmosphäre - all das ist ein “Kraftwerk des Spirituellen” und erzeugt eine Stimmung von gedanklicher Komprimierung, der sich keiner entziehen kann.”
Der Autor dieses Weblogs kann dies nur bestätigen. Er war mehrere Male in Altötting, um die Kapelle aufzusuchen, und war jedesmal stark beeindruckt. Die Wirkung war überwältigend, wenn er relativ ungestört unmittelbar vor der Schwarzen Madonna knien konnte. Die Wirkung war die einer Kraftübertragung. Er mußte immer wieder schlucken, so als ob er hierdurch die Kraft der Schwarzen Madonna in sich aufnähme.
Die deutschen Kaiser sind von ihren Reichstagen zumeist über Altötting nach Wien zurückgekehrt. General Tilly und mit ihm die meisten Feldherren des Dreißigjährigen Krieges haben immer wieder den Kraftort aufgesucht. Die Wirkung der Gnadenstätte könnte auf diese Weise die Geschichte beeinflußt haben. (Nach Fritz Fenzel)
I
Die Große Mutter
spinnt als die große Spinn´rin
das Schicksal der Welt!
Warum liegen in der Kirche St. Maria im Kapitol in Köln Äpfel unter der Marien-Statue?
Hermann Josef von Steinfeld, um 1150 in Köln geboren, soll dem Standbild der Gottesmutter in der Kirche St. Maria im Kapitol in Köln als Junge Äpfel als Geschenk gebracht haben. Als Dank dafür habe ihm die Jungfrau zugelächelt. Die Heiligsprechung von Hermann Josef erfolgte 1958. Sie wurde auch schon im 17. Jahrhundert beantragt. Das Grab des Heiligen im Kloster Steinfeld in der Eifel ist eine bekannte Wallfahrtsstätte. Traditionell werden auch frische Äpfel an sein Grab gelegt.
Haiku von Tine:
347
Sie brachten Äpfel
für Maria und ihr Kind!
Rot leuchten Kerzen.
348
Herbst hat den Äpfeln
als Zeichen der Süße die
Farbe Rot verlieh´n.
349
Sind nicht christliche
Völker Götzen-Anbeter
oder verehren
sie Gott und die Heiligen
nur unter and´ren Namen?
350
War Maria bei
den Germanen Freya, bei den
Ägyptern Isis,
wird sie in China Kuan-Yin,
in Nippon Kannon genannt?
II
“Das erfuhr ich unter Menschen
Als Wunder größtes
Dass Erde nicht war
Noch Himmel darüber
Noch irgendein Baum
Noch Berg nicht war
Noch irgendein Stern
Noch Sonne schien
Noch Mond nicht leuchtete
Noch das gewaltige Meer.
Als da nirgends nichts war
An Enden und Wenden
Da war doch der eine
Allmächtige Gott.”
Wessobrunner Gebet

Madonna über dem Portal des Kölner Doms. Da sie auf der Mondsichel steht, wird sie mit der Kraft des Mondes und des Weiblichen in Verbindung gebracht.