Haikus und Tankas, Jotin, 25.09.07: Yggdrasil, der Baum des Lebens
Der Yggdrasil, der Baum des Lebens, zur Zeit des Frühlingserwachens,
Kalligraphie von Christine Lehmann, Frühjahr 2007
203
Christine, eine
Kalligraphin, ringt mit dem
Ew´gen um Formen,
damit sie in uns´rer Welt
von seiner Größe zeugen.
204
Auch Bäume beten!
Wir berühr´n den Vorbeter.
Seine Hinwendung
zum Ew´gen ergreift uns und
nimmt uns mit sich zum Ursprung.
205
Baum Yggdrasil dort
zwischen den beiden Linden
weckst Glück wie der Gral!
206
Unsichtbarer Baum,
Deine Kraft spürend, ahnen
wir Dein Geheimnis!
I
Das Geheimnis von Yggdrasil!
So wie sich Hüter-Geister um Tiere und Menschen kümmern, so hüten Sylphen, Gnome und Nixen die Pflanzen. Darüber hinaus gibt es aber auch “unsichtbare Bäume”, deren Tätigkeit mit dem Leben der Pflanzen und überhaupt dem Leben auf der Erde untrennbar verknüpft ist. So ein “unsichtbarer Baum” ist für die Pflanzen in einem Umkreis von mehreren tausend Metern zuständig. In ihm sind die Bilder “seiner” Pflanzen zu finden, stärker betont in ihrem gegenwärtigen Zustand, der jetzt im Herbst die Reife ist. Aber auch die anderen Bilder einer Pflanze vom Keim bis zum Verwelken sind in diesem “Architekten-Baum” gespeichert. Er enthält den Bauplan der Pflanzen.
Dieser Architekten-Baum verbindet die Haupt-Ebenen des Kosmos. Er ist auch ein Baum des Lebens, denn in ihm strömt ununterbrochen Lebens-Energie von der höchsten Ebene zur Erde herab.
Die Mythen, die sich um den Lebensbaum Yggdrasil ranken, haben in diesem Baum ihren Ursprung. Der Baum Yggdrasil befindet sich auf jedem größeren vorchristlichen Kultplatz. Die Menschen früherer Zeiten müssen sich seiner Existenz und Bedeutung bewußt gewesen sein.
Bevor ich Yggdrasil draußen in der Natur fand, habe ich ihn im “Traum” besucht und war beeindruckt und begeistert von seiner Größe, Schönheit und Kraft.